Checkliste: Akkus und Sicherheit vor dem Einsatz

Mit der vorab bereitgestellten DIN 91489-1:2026-11 liegt die Nachfolgenorm zur DIN SPEC 91489:2024-11 vor. Sie ist für die Ausgabe November 2026 vorgesehen. Für den Einsatz von Brandbegrenzungsdecken ändert sich zunächst wenig: Die meisten Änderungen betreffen Hersteller und Prüfinstitute. Einige Punkte sind für Feuerwehren, Händler und andere professionelle Anwender trotzdem wichtig.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

BereichBisher: DIN SPEC 91489Neu: DIN 91489-1
AnwendungsbereichElektrofahrzeuge allgemeinKonkrete Fahrzeugklassen und elektrische Flurförderzeuge
Hinweis zum LöschstrahlKeine direkte Bestrahlung mit einem Hohlstrahlrohr in den HerstellerinformationenHinweis „Nur mit Sprühstrahl löschen“ muss im Einsatzfall gut lesbar angebracht werden können
MaterialklassifizierungMindestens B-d0Mindestens A2-s1,d0 für die relevanten textilen Flächen
AnwendungsprüfungAbdecken durch maximal zwei Personen in 30 SekundenAbdecken durch zwei Personen in 60 Sekunden
AufbewahrungsbehälterMindestens IP65Mindestens IP45
Thermische PrüfungBisheriges PrüfverfahrenÄnderungen bei Prüfmustern und Bewertungskriterien

Was bedeutet die neue DIN im Einsatz?

Für welche Fahrzeuge gilt die Norm?

Die DIN 91489-1 benennt den Anwendungsbereich konkreter. Sie umfasst folgende Fahrzeugklassen:

  • M₁: Personenkraftwagen (Pkw)
  • M₁G: als Geländefahrzeuge eingestufte Pkw
  • N₁: leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse
  • L6e: leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge, beispielsweise bestimmte Leichtmobile
  • L7e: schwere vierrädrige Kraftfahrzeuge, beispielsweise bestimmte Quads und Vierradmobile

Hinzu kommen elektrische Flurförderzeuge, beispielsweise Elektrogabelstapler.

Der direkte Einsatz einer Brandbegrenzungsdecke auf einer ausgebauten Traktionsbatterie gehört nicht zum Anwendungsbereich. Die bisherige DIN SPEC formulierte diesen Bereich weniger konkret.

Wer eine Decke für ein bestimmtes Fahrzeug auswählt, kann anhand des Geltungsbereichs besser einschätzen, ob die Norm den vorgesehenen Einsatz abdeckt. Das ist beispielsweise für Feuerwehren, Abschleppdienste und Werkstätten relevant.

Was gilt beim Löschstrahl?

Die DIN SPEC enthielt bereits den Hinweis, dass eine direkte Bestrahlung mit einem Hohlstrahlrohr zu vermeiden ist. Neu ist die Vorgabe, dass an der Decke im Einsatzfall der Hinweis „Nur mit Sprühstrahl löschen“ gut lesbar angebracht werden können muss.

Für Einsatzkräfte ist das eine unmittelbar nutzbare Information. Der Hinweis betrifft den Umgang mit der Decke; die konkrete Einsatztaktik und die Sicherheitsanweisungen der Feuerwehr bleiben maßgeblich.

Strengere Materialanforderungen – was sagen sie aus?

Bei der Baustoffklassifizierung erhöht die neue DIN die Mindestanforderung für die relevanten textilen Flächen von B-d0 auf A2-s1,d0. Berücksichtigt werden auch Beschichtungen, fest verbundene Materialschichten und zusätzliche Oberflächenbehandlungen.

A2 bezeichnet einen sehr geringen Beitrag des geprüften Materials zum Brand, s1 eine geringe Rauchentwicklung und d0 kein brennendes Abtropfen unter den festgelegten Prüfbedingungen.

Für die Auswahl eines Produkts ist die Unterscheidung wichtig: Diese Einstufung beschreibt das Brandverhalten des Materials. Sie sagt für sich genommen weder aus, wie sich eine vollständige Brandbegrenzungsdecke bei einem Batteriebrand verhält, noch wie viel Rauch ein brennender Akku entwickelt. Dafür sind die vorgesehenen Prüfungen der Decke maßgeblich.

Thermische Prüfung: Was wurde überarbeitet?

Das Temperaturprofil von insgesamt rund 23 Minuten bleibt im Wesentlichen bestehen. Es enthält eine Aufheizphase und anschließend definierte Temperaturabschnitte bei 700 °C und 1.000 °C. Veränderungen betreffen vor allem die Abmessungen und die Ausrichtung der Prüfmuster, die Position vorhandener Nähte im belasteten Bereich sowie die Bewertung sichtbarer Schäden. Unter anderem werden sichtbare Risse ausdrücklich berücksichtigt.

Für Anwender ist entscheidend: Die neue DIN verlangt nicht pauschal eine höhere Prüftemperatur. Sie ändert einzelne Bedingungen und Beurteilungskriterien. Ob ein bestimmtes Produkt die Anforderungen erfüllt, ergibt sich aus dem jeweiligen Prüfnachweis – nicht allein aus einer allgemeinen Temperaturangabe.

Anwendungszeit und Aufbewahrung richtig einordnen

Im standardisierten Anwendungstest verlängert sich die zulässige Zeit, in der zwei Personen die Decke auflegen, von 30 auf 60 Sekunden.

Für den Aufbewahrungsbehälter sinkt die Mindestanforderung von IP65 auf IP45. Dabei bleibt die zweite Ziffer für den Schutz gegen Strahlwasser gleich. Die erste Ziffer – Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub – fällt niedriger aus. Gerade bei staubiger Lagerung sollte deshalb die tatsächliche Schutzart des Behälters geprüft werden; die neue Mindestanforderung sagt nichts darüber aus, welche Schutzart ein konkretes Produkt besitzt.

Lebensdauer und Entsorgung: Herstellerangaben bleiben entscheidend

Die nutzungsabhängige Lebensdauer ist keine neue Anforderung der DIN 91489-1. Bereits zuvor waren Angaben zur Nutzung und zu den Grenzen einer Wiederverwendung wichtig. Verschleiß, mechanische Beschädigungen und Verunreinigungen müssen bei der Beurteilung berücksichtigt werden.

Nach einem Brandereignis sollte eine weitere Nutzung nicht einfach vorausgesetzt werden. Maßgeblich sind die Herstellerinformationen, insbesondere die Hinweise zur Entsorgung nach einem Brandereignis. Eine pauschale Zahl möglicher Einsätze lässt sich aus der Norm nicht ableiten.

VLITEX und die Weiterentwicklung der Norm

VLITEX war sowohl an der Entwicklung der DIN SPEC 91489 als auch an der Erarbeitung der neuen DIN 91489-1 beteiligt. Für VLITEX Brandbegrenzungsdecken liegen bereits Zertifizierungen nach DIN SPEC 91489 vor. Die Vorbereitungen für die Zertifizierung nach der neuen DIN 91489-1 sind in Arbeit.

Fazit

Für die tägliche Anwendung einer Brandbegrenzungsdecke bringt die neue DIN nur wenige unmittelbare Änderungen. Wichtig sind insbesondere der genauer gefasste Anwendungsbereich, der Hinweis zum Sprühstrahl und die richtige Einordnung von Materialklassifizierung, Prüfungen und Aufbewahrung. Wer eine Decke auswählt oder verwendet, sollte weiterhin die vorgesehenen Einsatzbereiche, die dokumentierten Prüfungen und die Angaben des Herstellers prüfen.

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